Liebe Lesende,
die Hitzewoche im Juni hat erneut gezeigt, wie konkret die Klimakrise bereits wirkt – auf unsere Gesundheit, unsere Infrastruktur und den Alltag vieler Menschen. Während Straßen aufplatzen, der ÖPNV ausfällt und die Zahl hitzebedingter Todesfälle steigt, sieht die Politik keinen Grund zum Handeln. Laut dem Fachportal Table.Media sieht Kanzler Friedrich Merz keinen großen zusätzlichen Handlungsbedarf; Regierungssprecher Stefan Kornelius verweist auf eine angeblich wirksame Klimastrategie.
Diese Einschätzungen sind ein Symptom dafür, dass Klimaschutz politisch an Priorität verliert. Dazu passt, dass SPD-Finanzminister Klingbeil Mittel aus dem Klimaschutzfonds zur Haushaltsstabilisierung nutzen will. Wie Klimaschutzjournalistin Ann-Kathrin Büüsker ausführt, wäre dies nicht das erste Mal, dass Gelder aus dem Fonds zweckentfremdet werden: Bereits die Gasspeicherumlage wird daraus finanziert. Das bedeutet: Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung verteuern fossile Energie – und werden gleichzeitig genutzt, um deren Kosten wieder abzufedern. Eine widersprüchliche Politik, die klimapolitische Steuerungswirkung untergräbt.
Hier wird deutlich, worauf wir in unseren Workshops schon seit längerem hinweisen: Bei der Ablehnung von Klimaschutzmaßnahmen kommt es zum Schulterschluss von liberalen, konservativen, wirtschaftslibertären und auch (extrem) rechten Akteur:innen. In dieser Analyse zeigt das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, wie Falschbehauptungen über Klimaschutz diese verschiedenen Gruppen einen. Doch Desinformation schwächt Medien und demokratische Institutionen. Und das hilft am Ende den Rechtsextremen.
Die AfD als parlamentarischer Arm der Klimawandelleugnung freut das. In diesem Reel fassen wir zusammen, warum die AfD Erneuerbare Energien, v.a. Windräder, ablehnt. Und hier könnt ihr nachlesen, wie und warum die extreme Rechte Denkmäler gegen Windräder in Stellung bringt.
Über diese Themen diskutierten wir mit anderen Teilnehmenden, "passend" zur Hitze, beim Fachtag vom EFBI am 27. Juni. Wer mehr darüber wissen möchte, lade uns einfach gerne zu einem Workshop oder Vortrag ein.
Auch bei unserem Workshop mit den International Young Naturefriends (IYNF)ging es um das Zusammenspiel von Klimaschutz, Demokratie und rechter Ideologie. Die Teilnehmenden setzten sich mit zentralen Erzählungen der extremen Rechten auseinander und entwickelten eigene Gegenstrategien – mit besonderem Fokus auf lokale Kontexte, Social Media und den Umgang mit Klimaemotionen als Teil wirksamer Transformationskommunikation. Einen kurzen Einblick gibt es auf Instagram.
Und zuletzt ein kleiner, wenn auch ambivalenter Befund: In den "NGO-Files" wurden wir nicht aufgeführt. Die anhaltenden Angriffe der AfD auf zivilgesellschaftliche Organisationen zeigen jedoch deutlich, was droht, sollte die Partei weiter an Einfluss gewinnen oder gar in Regierungsverantwortung gelangen.
Im August sind wir in der Sommerpause und nur eingeschränkt erreichbar. Wir wünschen Euch eine erholsame Zeit
Der nächste Newsletter erscheint Mitte August.
Hinweise dafür an newsletter@nf-farn.de.
Viele Grüße
Florian für das FARN-Team
Handreichung Zuversichtsnarrative
Wie gelingt es, Mut zu schöpfen und Veränderungen anzustoßen angesichts multipler Krisen?
Unsere neue Handreichung gibt sechs Bausteine an die Hand für eine Kommunikation, die Hoffnung macht und zum Handeln anregt. Neben einer Einführung in zentrale Konzepte von Kommunikation wie Narrative oder Framing gibt es praktische Beispiele, die aufzeigen, wie motivierend und lebenspraktisch zentrale Aussagen vermittelt werden können.
Statt Schuld, Angst und Moralisierung sollte das Kollektive, Alltagsnahe betont werden, dass die Selbstwirksamkeit stärkt. Auch Humor kann eine wichtige Rolle spielen. Wichtig ist dabei Zuversicht nicht mit naiver Technikgläubigkeit zu verwechseln.
Diese Handreichung entstand bereits im letzten Jahr im Projekt Veränderung ist Mehr wert! In Zusammenarbeit mit dem diversu e.V. In verschiedenen Dialogwerkstätten mit Vertreter*innen des transformativen Journalismus, der Nachhaltigkeitskommunikation und verschiedener NGOs entstanden neben dieser Handreichung auch noch eine Podcast-Reihe.
EFBIRechtsextreme besetzen zeitweise Hermannsdenkmal bei Detmold | Die Zeit
Wo die Jungadler fliegen | taz
Wie die extreme Rechte soziale Plattformen nutzt | EFBI
Schöner bauen, deutscher werden? | Verfassungsblog
Initiative "Keine-10-Millionen-Schweiz": Ein Anlauf in den "nachhaltigen" Rechtsextremismus | momentum.at
7. Juli 2026, 17:30, Pommersches Landesmuseum Greifswald
Der „Deutsche Wald“ – Ein fataler Mythos | FARN-Vortrag
9. Juli 2026, 19 Uhr, Berlin
Bio-Brot und Hakenkreuz - die Demeter-Bewegung und der Nationalsozialismus | Lesung mit Peter Staudenmaier
11. Juli 2026, 11:00 bis 16:00, Bildungsstätte Einschlingen
Region, Natur, Identität – Rechtsextreme Narrative im Kontext von Naturschutz und Biodiversität | FARN-Workshop
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