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  1. Startseite

FARN-Newsletter September 26

 

  1. Vorwort
  2. Aus der Fachstelle
  3. Artikel, Hörstücke, Videos
  4. Termine
  5. Spenden
  6. Bücher

Menschen hinter einem Transparent mit der Aufschrift: Love NAture.NotFascism   ­   ­   ­  

Vorwort

Liebe Lesende,

 

die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die meisten Stimmen bekommen. Sie ist damit stärkste Kraft im neuen Landtag. Wie die künftige Landesregierung aussehen wird, ist derzeit offen. Klar ist aber: Mit dem Wahlergebnis gewinnt die AfD weiter an politischem Gewicht. Auch wird die Partei mit ihrem völkischen und rassistischen Weltbild zunehmend normalisiert.

Beispielhaft zeigt sich das am rassistischen Begriff „Ethnopluralismus“. Ein Begriff, der auch uns regelmäßig in unserer Arbeit begegnet. Denn die extreme Rechte legitimiert ihn, wie auch viele andere ihrer Ideologiefragmente, mit dem Rückgriff auf die Natur.

So sind in rechter Ökologie Volk und Natur untrennbar miteinander verbunden. Die Natur müsse geschützt werden, damit das Volk gedeihen könne. Natur wird dabei jedoch nicht universell gedacht, sondern als Landschaft in nationalen oder eben völkischen Grenzen verstanden. So könne das jeweilige Volk (im “neurechten” Sprachgebrauch auch Ethnie oder Kultur) nur im jeweiligen "ursprünglichen" Siedlungsgebiet gedeihen. Die Bewahrung der Kultur könne außerdem nur durch eine konsequente „Remigration“ der „entwurzelten Völker“ funktionieren. 

Wie solche Vorstellungen in öffentliche Debatten gelangen und verharmlost werden, zeigte zuletzt die Diskussion um den Politikwissenschaftler Christian Stecker in der Talksendung von Caren Miosga. Stecker ordnete den Ethnopluralismus dort als eine Position innerhalb des demokratischen Pluralismus ein. Widerspruch erfuhr Stecker an dem Abend nicht. Im Gegenteil: Seitdem ist er ein gefragter Gesprächspartner in einer Vielzahl von Medien.

 

Umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen. Natur und Naturschutz sind nicht unpolitisch oder automatisch progressiv. Sie können mit unterschiedlichen politischen Vorstellungen verbunden werden – auch mit völkischen und ausgrenzenden.

 

Was können wir jetzt tun?

Nach der Wahl gilt es, nicht den Kopf hängen zu lassen. Im Gegenteil: Gerade jetzt braucht es eine engagierte Zivilgesellschaft und einen Natur- und Umweltschutz, der sich klar gegen Rechtsextremismus positioniert.

 

  • Engagement unterstützen: Spendet an Projekte wie Polylux oder Miteinander, die zivilgesellschaftliche Strukturen in Ostdeutschland stärken.

  • Sichtbarkeit schaffen: Macht engagierte Menschen und Initiativen vor Ort sichtbar und gebt ihren Perspektiven Raum.

  • Expertise aus den Regionen einbeziehen: Fragt nach lokalen Erfahrungen und lasst euch von denjenigen beraten, die vor Ort arbeiten.

  • Differenzieren: Sprecht nicht pauschal über „die Menschen“ in einer Region, sondern nehmt unterschiedliche Erfahrungen, Akteur*innen und Konfliktlagen ernst.

  • Die eigene Perspektive reflektieren: Wer spricht über wen – und wer kommt dabei selbst zu Wort?

  • Aufmerksam bleiben: Beobachtet, wie extrem rechte Begriffe und Argumentationsmuster in Natur-, Umwelt- und Gesellschaftsdiskurse Eingang finden.
     

Und auch rechtlich können wir uns vorbereiten: Die juristischen Orientierungen für die Zivilgesellschaft bieten praktische Informationen und Unterstützung für Menschen und Initiativen, die sich engagieren.

 

Der nächste Newsletter erscheint Mitte Oktober.

Hinweise dafür an newsletter@nf-farn.de.

 

Viele Grüße

Florian für das FARN-Team

Aus der Fachstelle

Neuer FARN-Podcast!
Drei Interviews mit Aktiven aus der Umweltbildung, die in ihrer Arbeit unterschiedliche Lebensrealitäten berücksichtigen, Diskriminierung reflektieren und Zugänge zu Natur für mehr Menschen ermöglichen wollen. Hört rein!
https://www.nf-farn.de/podcast-natur-alle

Online-Veranstaltungsreihe: Kritisch. Achtsam. Transformativ.

Unsere Reihe ist schon ausgezeichnet angelaufen. In bisher drei Workshops ergründeten wir gemeinsam mit vielen Teilnehmenden, wie eine kritische Umweltbildung möglich werden kann.

Zwei Veranstaltungen finden noch statt: 

 

23.09.2026 - 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Perspektivwechsel lernen und lehren - Umweltbildung jenseits von „Umwelt“
14.10.2026 - 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Spiritualität als Unterstützung in Krisenzeiten

 

Mut zur Transformation – Wie Bildung Klimawandelleugnung, Angst und Spaltung begegnen kann

11. November 2026, Halle (Saale)

Der Klimawandel ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung. Antidemokratische und verschwörungsideologische Akteur*innen leugnen den menschengemachten Klimawandel, stellen die Notwendigkeit von Klimaschutz infrage und nutzen Ängste und Unsicherheiten für ihre politischen Zwecke.

Auf unserem Fachtag wollen wir diese Einflussnahmen in den Blick nehmen und gemeinsam diskutieren, wie Bildungsarbeit den Mut zur sozial-ökologischen Transformation stärken kann. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen pädagogischer Fachkräfte aus der Klima- und Umweltbildung sowie der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Hier entlang zur Übersicht und Anmeldung.

Artikel, Hörstücke, Videos

Keine harmlosen Aussteiger | ND
Rechte Saat auf grünem Boden | LZ Rheinland

Wahlkampf im Osten: Wie die AfD gegen Windmühlen kämpft | Correctiv

Forget your carbon footprint. Let's talk about your climate shadow. | Mic
So gezielt unterstützt die AfD Windkraftgegner | SZ
Wie groß sind Deutschlands „Active Clubs“ wirklich? | Belltower.News
REICH – Das Geschäft mit dem Zweifel | ARD Sounds

„Heimat wird völkisch aufgeladen“ | taz

Warum viele Landwirte die AfD gewählt haben – Umfrage zur Landtagswahl | agrarheute
 

Termine

30. September 2026, 15:00, Online

Naturbeherrschung und Geschlecht, oder: echte Männer trinken Rohmilch | FARN-Vortrag

 

2.-4. Oktober 2026, 19 Uhr, Neu-Anspach

Kein Idyll. Rechtsextremismus in ländlichen Räumen | Weiterbildung

 

7. Oktober 2026, 17:30, Greifswald

Der „Deutsche Wald“ – Ein fataler Mythos | FARN-Vortrag

9. bis 11. Oktober 2026. Weimar
„Gemeinsam gegen den Druck von rechts außen“ | JuDu-Vernetzungstreffen

 

10. Oktober 2026, 10:30 Uhr, Naturpark Märkische Schweiz
Mythos "Deutscher Wald" | FARN-Wanderung

 

14. Oktober 2026, 16:00, Online

Energiewende als Feindbild | Online-Konferenz

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Bücher

Werkzeug: Schlagfertig gegen Populismus (Vorverkauf) | Correctiv

Global Far-Right Ecologies | Routledge 

Politische Sozialisation in völkischen Jugendbünden | transcript (open access) 

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