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Klimawandelleugnung – Wie und warum?

Klimawandel, Klimakrise, Klimakatastrophe: Alle Begriffe beschreiben in unterschiedlicher Steigerung das Phänomen der menschengemachten Klimaveränderung seit Beginn der detaillierten Wetteraufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Es herrscht ein deutlicher wissenschaftlicher Konsens darüber, dass menschliche Einflüsse dafür maßgeblich verantwortlich sind und es sich nicht um einen natürlichen Prozess handelt.

Trotzdem zweifeln Menschen diese Erkenntnisse an und stellen die Klimabildung vor Herausforderungen. Wie machen sie das und warum?

 

Formen der Leugnung oder Skepsis:

  • Beweisleugnung: Der Klimawandel an sich wird angezweifelt
    • Trendleugnung: Die Erderwärmung wird grundsätzlich geleugnet
    • Ursachenleugnung: Der menschliche Einfluss wird infrage gestellt
    • Folgenleugnung: Die negativen Folgen werden heruntergespielt
  • Konsensleugnung: Zweifel am wissenschaftlichen Konsens & politischen Entscheidungsprozessen
  • Klimaobstruktion: bewusste Verzögerung von politischen Prozessen zu mehr Klimaschutz

Warum leugnen Menschen den Klimawandel?

Es gibt viele individuelle Gründe, die sich untereinander verbinden und verstärken können. Einige Beispiele sind:

  • Glaube an Verschwörungserzählungen und antisemitische Weltbilder
  • Misstrauen in Wissenschaft und Medien
  • Abwehr gesellschaftlicher Veränderungen
  • Einfluss von gezielten Des- und Fehlinformationskampagnen
  • Wirtschaftliche Interessen (fossile Industrieproduktion)
  • Politische Interessen (Zustimmung zu extrem rechten Parteien)

Klassische Mythen und Argumente kurz dargestellt:

„Das Klima auf der Erde hat sich schon immer gewandelt.“

Das ist zwar richtig, aber als Argument gegen den Klimaschutz irreführend. Die aktuellen Debatten beziehen sich vor allem auf den Zeitraum seit der Industriellen Revolution und hier ist der Zusammenhang von Treibhausgasen in der Atmosphäre und Klimaerwärmung eindeutig.

„Deutschland ist als Land viel zu klein, um etwas gegen den Klimawandel zu tun.“

Würde wirklich nur Deutschland Klimaschutz betreiben, dann würde das in der Tat nicht viel bringen. Aber sehr viele Staaten haben sich Klimaziele gegeben und ein Industrieland wie Deutschland kann großen Einfluss auf andere Länder nehmen – auch durch eine erfolgreiche Energiewende.

„Es wird zwar wärmer, aber es ist völlig umstritten, ob der Mensch was damit zu tun hat.“

Hier wird die Erwärmung anerkannt, aber ihre menschliche Ursache infrage gestellt. Dafür werden teils pseudowissenschaftliche Studien angeführt. Die überwältigende Mehrheit der Forschung sieht jedoch den Menschen als Hauptursache der aktuellen Erwärmung.

„CO2 ist nicht schädlich, sondern nützlich.“

CO₂ kann das Pflanzenwachstum fördern. Gleichzeitig trägt zu viel CO₂ zur Erderwärmung und damit zu Extremwetter bei. Das Argument hebt einen positiven Aspekt hervor und blendet die negativen Folgen aus.

Was lässt sich dagegen tun?

Nachhaken: Um genauere Ausführung der verkürzten Argumente bitten. Wie genau ist das gemeint und was bedeutet das letztlich?

Widersprüche aufdecken: Auf Widersprüche hinweisen: Wenn Deutschland allein nichts bewirken kann, warum sollte es dann internationale Abkommen geben? Ein Rückzug ins Nationale ist keine Lösung für globale Probleme.

Quellen einfordern: Nach Quellen und Belegen fragen. Häufig stammen angeführte Studien aus pseudowissenschaftlichen Instituten oder von fachfremden Autor*innen. Es lohnt sich, ihre Aussagekraft im Verhältnis zur gesamten Forschung zu hinterfragen.

PLURV-Techniken kennen: PLURV steht für Pseudoexpert*innen, Logikfehler, unerfüllbare Erwartungen, Rosinenpicken und Verschwörungserzählungen. Wer diese Muster kennt, kann besser darauf reagieren.

Und in der Umweltbildung?

Klimamythen und irreführende Argumente können einem auch in der Umweltbildung immer wieder begegnen. Es kann lohnenswert sein, sich im Vorhinein schon damit zu beschäftigen, um diese direkt erkennen und entkräften zu können.

Bildungsformate zu Klimathemen könnten sich auch an Werten und Visionen wie die einer Klimagerechtigkeit orientieren. Denn die Verantwortung für Emissionen und die Folgen der Klimakatastrophe sind extrem ungleich verteilt und gründen in kolonialen Verhältnissen, die weiter fortbestehen. Zudem öffnen gerade Verschwörungserzählungen zu geheimen Eliten, die den Klimawandel vorantreiben Türen für antisemitische Deutungen. Es muss deutlich zwischen gut belegbaren Fakten (Einfluss von Öl-Konzernen) und Verschwörungsnarrativen (sozialistische Öko-Diktatur) unterschieden werden.

Aber auch eine optimistische Vorstellung von einer klimaneutralen Welt in greifbarer Nähe kann zu Frust, Enttäuschung und Abwendung vom eigenen Engagement führen. Hier sollten realistische Erzählungen und Handlungsmöglichkeiten gewählt werden.

Quellen und weitere Links:
https://www.nf-farn.de/links-klimawandelleugnung

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